Sep 28

Heute gibts mal wieder ne Andacht vom “Vorglühen”, viel Spass beim Lesen!
– Gottesbegegnungen von A-Z-
(Gen 3 und Lk 19,1-11 und Röm 5-6)

2 Männer, 2 Gebüsche. Beide schämen sich. Beide verstecken sich im Gestrüpp. Beide werden herausgerufen. Aber dann könnte es unterschiedlicher nicht weitergehen. Doch wer waren die Beiden? Fangen wir bei A an.

A war ein Gärtner und Tierpfleger, kannte sich mit Flora und Fauna aus und hatte viele neue Pflanzen und Tierarten entdeckt und benannt. Eine Obstsorte hatte er allerdings zusammen mit seiner Frau entdeckt, die hätte er besser nicht probiert! Gut, neue Erkenntnisse hat er gewonnen, aber was er damit anfangen sollte , war ihm noch nicht ganz klar geworden. Nun stand er da in seinem Gebüsch und schämte sich.

Z hingegen war ein erfolgreicher Geschäftsmann. Er hatte ein Steuerbüro, indem er für den Staat Steuern kassierte. Er war selbstständig und durfte seinen Anteil, den er auf den Steuerbetrag aufschlug, selber bemessen. Der Nachteil war allerdings, er fühlte sich verfolgt. Immer hatte er Angst, jemand könnte ihn überfallen oder entführen. Ausserdem mochte ihn keiner. Deshalb hatte er sich nun auf einen Baum verkrochen um das Geschehen zu verfolgen.

Doch beide haben eins gemeinsam. Gott ruft sie heraus aus dem Gebüsch.

Bei A tut er es persönlich. Er läuft durch den Garten und ruft ihn. Sicher hatte er ihn schon längst gesehen, aber er wollte, dass A wusste dass er ihn sucht. „Wo bist du“ ruft er, und A antwortet zögerlich. „Hier“, ruft er aus der Hecke, „ich schäme mich so, weil ich nackt bin“, „Woher weisst du denn, dass du nackt bist?“ fragte Gott, „hast du etwa die Frucht probiert, die ich dir verboten hatte?“
Dann geht die Geschichte bekannt weiter. A schiebt die Schuld auf seine Frau und die schiebt die Schuld auf die Schlange. Keiner will es gewesen sein.
Gott hingegen geht in anderer Reihenfolge vor. Zuerst bekommt die Schlange ihr Fett weg, dann die Frau und A zum Schluss.
A wird entlassen und kann sich nun als Bauer auf einem neuen Feld versuchen statt im Garten zu Arbeiten. Die Frau und die Schlange vertragen sich nicht mehr und dann geht es für beide ab durch die Hecke, ohne die Chance auf Rückkehr.
Gott stellt neues Sicherheitspersonal ein und seit dem gilt der Satz: „Du kommst hier net rein“ auch für diesen Garten.
Bei Z geht die Geschichte anders aus.
Während er sich in seinem Baum versteckt, kommt Jesus in die Stadt. Jesus ruft ihn auch. Jesus läd sich selbst zum Abendbrot ein. (Naja, eine andere Chance hätte er wohl auch kaum gehabt, denn von sich aus hätte Z ihn nicht eingeladen.) Und Z tut das erstaunliche: Er steigt herab und nimmt Jesus mit sich nach Hause. (Allem Anschein nach ist Z nicht nur reich sondern hat auch eine gut gefüllte Speisekammer, die spontanen Abendbrot-Besuch zulässt.) Und so essen sie. Mit seiner Menschenkenntnis liegt Z übrigens richtig, denn während sie essen, regen sich die Menschen draußen mächtig darüber auf, dass Jesus nun gerade bei Z und nicht bei den lokalen geistlichen und weltlichen Würdenträgern oder zumindest einem frommen Menschen ißt.
Drinnen aber geschieht das unglaubliche. Z (der scheinbar nicht nur viel Geld einnimmt sondern scheinbar sein Vermögen auch gut angelegt hat, sonst wäre das, was er als nächstes tut wohl unmöglich) gibt die Hälfte seines Besitzes den Armen und will die Opfer falscher Steuerberechnung vierfach entschädigen.

2 Männer, 2 Gebüsche. Beide schämen sich. Beide verstecken sich im Gestrüpp. Beide werden herausgerufen. Doch während der eine alles verspielt hat, haut der andere die Kohle raus (die er natürlich vorher abgezockt hatte).

Paulus sagt: „Wie nun durch die Sünde des Einen (wir nannten ihn A) die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen (natürlich Jesus) für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt. Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen (Jesus) die Vielen zu Gerechten.“ Römer 5,18

Aber macht nur die Anwesenheit Jesu hier den Unterschied aus? Ich glaube nicht!
Schließlich hat A nicht mehr getan als Z, oder?
Beide sind schuldig geworden, haben gesündigt. Bei beiden hatte das Handeln Konsequenzen. Beide waren Ausgeschlossene. Der eine aus dem Paradies, der andere aus der Gesellschaft.
Beide male hat der Ruf aus dem Gebüsch dazu geführt, dass sie sich ihrer Schuld bewusst wurden.
Und ich bin mir fast sicher, dass sie sich beide mittlerweile im Reich Gottes über ihre Busch-Erfahrungen austauschen.

Und was hat das jetzt mit uns zu tun?

Ich finde es ist hilfreich zu sehen, wie diese Beiden Gott begegnen und ihre Schuld eingestehen. Beide tragen die Verantwortung für ihr handeln, aber beiden ist klar, dass sie da nicht alleine Raus kommen. A kann hinter seine neue Erkenntnis nicht zurück, er muss damit leben. Z kann Wiedergutmachung leisten. Beide aber leben ihr weiteres Leben in der Gnade Gottes, weil sie vor Gott ihre Schuld bekannt haben und er ihnen Gnade schenkt.

Um es nochmal mit Paulus zu sagen: „Der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das Ewige Leben in Christus Jesus unserm Herrn.“ Römer 6,23

AMEN

4 Antworten zu “Gottesbegegnungen von A-Z”

  1. Joachim sagt:

    Ich wollte es schon vor einigen Tagen schreiben: Erstens: Ich bitte um entschuldigung, dass ich es nicht geschafft habe, es live zu hören!

    Zweitens: Gefällt mir sehr gut! Eine Anfrage aber doch: “Ich finde es ist hilfreich zu sehen, wie diese Beiden Gott begegnen und ihre Schuld eingestehen” – A gesteht doch nicht wirklich seine Schuld ein – er wird überführt. Und wenn man nicht gerade das Absehen von der Todesstrafe als Gnadenerweis sieht, dann hoffe ich doch, dass die Gnade Gottes besser ist, als aus dem Paradies geschmissen zu werden. Sonst werde ich Katholik. :-)

    Was habe ich übersehen?

  2. Joachim sagt:

    Ich nehme das “besser” zurück und ersetze es durch “anders”.

    Und meistens schreibe ich Entschuldigung mit einem großen E am Anfang.

  3. annonuem sagt:

    Also am Freitag hast du echt was verpasst, habe ich gehört ;-) !
    Nun aber zur Andacht der Vorwoche:
    Gott hat die Todesdrohung gegen die “Fehlernährung” doch deutlich ausgesprochen und ist davon abgewichen. Insofern ist der Rauswurf eine Gnade. Das Schuldeingständnis ist natürlich mumpitz. Die Andacht habe ich sehr kurz vorher fertig gestellt und deshalb nicht noch mal redigiert.
    Welchen vorteil soll es haben, deswegen Katholik zu werden? Um für diese Gnade auch nch zu bezahlen?? ;-)

  4. Joachim sagt:

    Dann genügt das Bezahlen. Gnade erwartet doch keine Vorleistung. :-)

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