Nein nicht die Sesamstraße, liebe Leserinnen und Leser, ist das Thema dieses Beitrages sondern der / die / das Bibel in Gerechter Sprache. Zur Notwendigkeit einer geschlechtergerechten Spache kann ich als Mann wenig sagen, ausser dass ich mich bei der Schreibweise mit dem “Erigierten i” oft nicht angesprochen fühle und nur die weibliche Form lese. Deshalb kann ich mir vorstellen, dass Frauen sich durch die allein männliche Form gestört fühlen. Allerdings leidet darunter meines Erachtens die Sprache ein wenig, wenn Jesus und seine Jüngerinnen und Jünger mit Pharisäerinnen und Pharisäern, Schriftgelehrten und Schriftgelehrtinnen(?) diskutieren. Bedenklicher finde ich allerdings,
was in der Pressemeldung der NEK zu lesen ist:
Die neue Übersetzung berücksichtige die jüdische Tradition des Neuen Testaments und die Rolle der Frauen, so die evangelische Theologin. Wer die Bibel heute übersetzen will, müsse auch auf den “Zeitgeist” eingehen. “Wir heute haben im Gebrauch biblischer Texte das Bewusstsein der Mitverantwortung für die Shoa” (Judenvernichtung in NS-Zeit), betonte die Bischöfin. Auch das jahrhundertelange Zum-Schweigen-Bringen der Frauen und die Versklavung von Menschen dürften”nicht den geringsten Anhaltspunkt in der Biblischen Botschaft finden”.
Dürfen (hervorhebung von mir)!
Obwohl die Bibel in gerechter Sprache auch dem Urtext
gegenüber gerecht sein will, werden hier Verbote ausgesprochen.
Nicht der Text scheint entscheidend sondern der “Zeitgeist” und Verbote. Nach (meinem) lutherischen Verständnis, sollte jeder Christ selbst sich ein Bild über einen Text machen können,
der sich dem Urtext verantwortet weiß. Genau aus diesem Grund hatten
evangelische Theologen die Kommission der Einheitsübersetzung verlassen, da hier die kath. Kirche neben dem Urtext auch die Tradition und die kirchliche Lehre zur Sprache kommen lassen wollte.
Als Kritiker werden in einer weiteren Mitteilung nur “kirchenkonservative Kreise” genannt. Davon das auch Wissenschaftler (z.B. Thomas Krüger) kritisch zu dieser Übersetzung stehen, wird geschwiegen. Ich hoffe, dass hierzu bald Veröffnetlichungen folgen, wie Härle es auf der TAP-Tagung gefordert hatte. Ich denke die BiGS (ich weiß nicht, ob das schon mal jemand so abgekürzt hat, aber neben EÜ, LÜ und HfA passt das doch, oder?) keine “herkömmliche” Bibel ersetzen kann und sollte. Aber sie bereichert die Landschaft der Bibelübersetzungen genauso wie die HfA oder die Volxbibel. Ob sie aber ihrem Anspruch ”gerecht” wird, möchte ich bezweifeln.
Nachtrag: Nun hat auch Bernd-Michael Haese zum Thema geblogt und verweist auf einen Artikel von Ingolf Dalferth in der NZZ. Hier wird noch einmal schön zusammengefasst, was ungerecht an der “gerechten” Bibel ist.





2. December 2006 um 10:48
[...] Nachdem nun sowohl Bernd-Michael Haese als auch Tim einen Beitrag zur Bibel in gerechter Sprache verfasst haben, möchte ich nun auch noch meinen Senf dazugeben. Beide verweisen auf einen Artikel von Ingolf U. Dalfert in der NZZ, in dem er aus wissenschaftlicher Sicht diese neue Übersetzung kritisiert. Er schreibt dort unter anderem [...]