[Trigami-Review]
Singer/Songwriter-Musik ist eigentlich nicht so mein Genre, aber das erste Reinhören auf der myspace-Seite von Wolfgang Michels klang ganz vielversprechend und deshalb habe ich mich für die Kritik entschieden.
Nun kam die CD-Single ins Haus und damit 2 Tracks.
Der optische Eindruck vom Cover ist schon mal sehr ansprechend. Der Künstler sitzt in einem verrotteten Buswartehäuschen hat die Hände unter dem Kinn, die Gitarre in der Ecke und wartet. Besser kann man Sehnsucht kaum ins Bild setzen. Ein Blick ins Innere der Hülle verrät, dass die Coverphotos, die auch den Hintergrund der Homepage bilden, von Kim Frank stammen.
Doch nun zur Musik. Bereits die ersten Takte weisen in die Richtung, wo es mit der “Sehnsucht” hingehen soll: rockige Drums hauen rein und dann kommen akustische Gitarre und die außergewöhnliche Stimme zum Tragen. Die Stimme von Michels erinnert ein bisschen an Rio Reiser und ein Blick in die Biographie verrät, dass hier auch in der Vergangenheit einige Zusammenarbeit stattgefunden hat. So hat Michels zum Beispiel die Musik zu „Ich bin müde“ geschrieben, einem meiner Lieblingstitel auf dem, wie michels. zuhause ebenfalls von Frank Plasa produzierten, Rio Reiser „Familienalbum“. Die Songs kommen einem, trotz des ersten Hörens, eigentümlich bekannt vor, was wohl auf die Eingängigkeit der handgemachten Musik zurückzuführen ist.
Die Instrumentierung ist minimal: Drums, Gitarre und Vokals, Effekte wurden auf das nötigste beschränkt und das tut der Musik nur gut.
Die Sehnsucht nimmt einen mit. Die Sehnsucht nach Sommer, Erinnerungen und „Liebe, die weh tut“, wie es im Text zu “Sehnsucht” heißt.
Der zweite Song „Jemand wie du“ eröffnet mit Latin-Rythmen, Klavier und sanften Synthiteppichen hinter der Gitarre und auch hier verspürt man die Sehnsucht danach, „Jemand wie du“ zu finden. Auch wenn keiner dieser beiden Songs mit großer Wahrscheinlichkeit der Sommerhit 2008 werden wird ist diese Platte der richtige Soundtrack für den Sommer. Der Soundtrack zum entspannten Bier im Biergarten, zum entspannen an einem lauschigen Plätzchen oder zum einsamen, sehnsüchtigen Sitzen wie Michels auf dem Cover.
Wenn also „Jemand wie du“ einer ist, der „Sehnsucht“ hat nach guter handgemachter Musik mit deutschen Texten jenseits vom alltäglichen Gedudel für den ist die neue Platte von Wolfgang Michels genau das richtige und das am Freitag erscheinende Album “michels. zuhause” scheint auf jeden Fall ein Tip zu sein für Freunde des Singer/Songwriter-Genre.
Apr 10





10. April 2008 um 22:56
Mh, ich hab gerade mal auf der Homepage rein gehört. Die Musik ist gefällig, finde ich auch. Aber diese Texte…
Das erste Stück “Lover”: “Suchst Du einen Lover? Kein Buch ist wie sein Cover, kein Lover wie ‘n andrer. Lover, Lover Lover.”
Das hat das Niveau von Brother Louie, Louie Louie Louie. Nur auf deutsch. Das macht’s, finde ich, noch peinlicher.
11. April 2008 um 15:36
Das scheint den hörern solch ehrlicher Handgemachter Musik sehr wichtig zu sein. Ich möchte hier nur mal an die Kritik zu “Fedder gehts nicht” in diesem Blog verweisen.
Die beiden Songs, die es zu berwerten galt, hatten zum Glück bessere Texte. Aber der Song “Lover” war mir auf der Homepage auch gleich ins Auge gefallen.
25. January 2011 um 2:53
Time can change most of things.