Aug 05

Ein Bericht in der Süddeutschen Zeitung mit dem Titel: “No-Sex-Kampagnen sind nutzlos” befasst sich mit den Enthalsamkeitskampagnen der US-Regierung unter George W. Bush Jr. und stellt fest:

Doch bei den jungen Leuten zeigen reine Enthaltsamkeitsprogramme offenbar keinerlei Wirkung. Das berichten jetzt Wissenschaftler der University of Oxford in Großbritannien.
[...]
Kein einziges der sogenannten Abstinence-only-Programme zur Verhütung von HIV-Infektionen oder Schwangerschaften zeigte langfristig die erwünschte Wirkung auf die Häufigkeit von Sex, die Zahl wechselnder Partner, den Einsatz von Kondomen oder den Zeitpunkt des “ersten Males”. Zwar führte eine der untersuchten Kampagnen dazu, dass die Jugendlichen weniger Sex hatten – die Wirkung hielt jedoch lediglich einen Monat an.
Und eine Untersuchung deutete sogar darauf hin, dass eines der Programme zwar einen Effekt hatte – jedoch in eine von den Initiatoren nicht erwünschte Richtung: Die Häufigkeit von Sex als auch die Zahl sexuell übertragener Krankheiten war größer als in der Vergleichsgruppe (British Medical Journal, Bd. 335, S. 248, 2007)

Was in diesem Text allerdings zu kurz kommt ist folgendes: Enthaltsamkeit ist das beste Mittel gegen sexuell übertragbare Krankheiten und ungewollte Schwangerschaft. Da kann kein “Kondome Schützen” und kein Kondomgemüse mithalten. Das Problem besteht eben nur darin, dass sich die Jugendlichen nur vordergründig an Enthaltsamkeit orientieren, hintenrum allerdings mehr ungeschützten Sex haben als die Vergleichsgruppe (s.o.). Problemantisch ist also weniger die Kampagne sondern eher der Hang zur Doppelmoral.
Weiter unten im Bericht kommt dann Elisabeth Pott, die Direktorin der BZgA zu Wort, die sagt:

“Wir setzen nicht darauf, den Jugendlichen Enthaltsamkeit zu empfehlen, Schließlich müssen sich staatliche Aufklärungskampagnen an der Lebensrealität der Jugendlichen orientieren. Moralische Empfehlungen gehören ihrer Meinung nach nicht in staatliche Kampagnen, sondern sind Sache moralischer Instanzen wie etwa der Kirchen.
Wertvorstellungen spielen durchaus eine wichtige Rolle. Wir werden zum Beispiel oft gefragt, ob Treue schützt. Das tut sie – wenn beide Partner treu sind”.

Meine Frage also, wo bleiben die kirchlichen Aufklärungsprogramme, die Wertvorstellungen wie Treue und Monogamie vermitteln ohne gleich allein “No-Sex-until-Marriage” zu verkünden oder sich nicht von denen der BZgA unterscheiden? Der Mangel ist sichtbar!

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